Dieses geile Gefühl ein Roter zu sein

Dieses geile Gefühl ein Roter zu sein

Arjen Robben

Nach der unheimlichen Anspannung in der letzten Woche pendelt sich gerade ein Gefühl ein, das geile Gefühl ein Roter zu sein. Heute muss ich zugeben, dass die Angst in Wembley schon wieder zu verlieren ziemlich groß war. Auch wenn ich nach Aussen hin voller Optimismus war, innerlich hatte ich panische Angst vor dem, was nach einer Niederlage erneut auf uns Bayern Fans zukommen würde. Diese Schmach und diese Hähme aus dem letzten Jahr saß immer noch ganz tief und tat sehr weh. Fußball ist sehr emotional und das ist es, was die Faszination an diesem Spiel ausmacht. 1999 gegen ManU war der Schampus schon offen, wurde danach ausgeschüttet. 2001 war ich im Stadion in Mailand und empfand nach einem Elfmeterschiessen die totale Glückseeligkeit. Dann in Madrid gegen Mailand die verdiente Niederlage, aber damit konnte ich leben. Wir waren wieder wer!

Und auch am Samstag nach dem Ausgleich der Dortmunder wurde diese innerliche Panik immer größer. Ein dummer Fehler in der Abwehr oder von Manuel Neuer, vielleicht noch ein Elfmeter oder auch eine Fehlentscheidung könnten dieses Spiel zu unseren Ungunsten entscheiden. Aber ich wollte diesen Gedanken einfach nicht zulassen.

Aber da war ja noch was. Da war noch Einer, der eigentlich von den Fans zum Teil geliebt und auch zum Teil gehasst wird. Musste er doch schon viel Unmut und Beschimpfungen als auch Spitznamen zu seiner Person hinnehmen. Und ausgerecht er schiesst uns in den Himmel der Glücksgefühle – Arjen Robben. Danke Arjen! Ich bin und war nie ein Freund von Robben, da er meiner Meinung nach ein klares Defizit zu Thomas Müller hat. Dabei ist es nicht das Fussballerische, das ihn aus meiner Sicht schwächer macht, sondern der Dienst für die Mannschaft. Ich will seine Leistung nicht schmälern, aber wenn er anstatt selbst das Tor machen zu wollen, den oft besser positionierten Mitspieler in Szene setzen würde, wäre er in meinen Augen ein echter Weltklassefussballer

Doch nun Genug der leisen Kritik. Wir haben das Ding gewonnen. Auch wenn in den Medien und in vielen Foren der Sieg von Bayern München heruntergemacht wird, lässt mich das völlig kalt. Hätte ich mich vor einer Woche noch maßlos darüber geärgert, entlockt es mir heute ein leichtes Lächeln und nur ein Gedanke: „Scheissegal“. Der Henkelpott ist in München, alles Andere sind Randerscheinungen und bedürfen keines Kommentars. Lasst sie alle reden und schreiben was sie wollen. ES IST EGAL! Wir haben den Titel und den holt uns niemand mehr weg, schon gar nicht mit Worten.

Morgens, wenn ich aufwache und Abends wenn ich ins Bett gehe dominiert nur ein Gefühl, dieses geile Gefühl ein Roter zu sein!

Und am Samstag macht sich Jupp Heynckes und die gesamte Mannschaft unsterblich – Tripplejupp!!