RESPECT …FANS!

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In der aktuellen Gruppenphase der europäischen Klub-Wettbewerbe kommt es auf Beschluss der UEFA zu vier Geisterspielen, bei denen Fans beider Teams vom Spielbesuch ausgeschlossen sind. In keinem der Fälle haben sich die Fans der Gastmannschaft etwas zu Schulden kommen lassen. Trotzdem werden sie von der UEFA bestraft und müssen hinnehmen, Reisen zu Spielen gebucht zu haben, zu denen ihnen die UEFA den Zutritt verwehrt. Von Seiten der betroffenen Fans wurde versucht, im Dialog mit der UEFA eine Alternative zu dieser unfairen Praxis zu suchen. Auf Seiten der UEFA ist man jedoch zu keinem Dialog mit den betroffenen Fans bereit.

Für viele aktive Fußballfans in Europa ist dieses respektlose Verhalten der UEFA nicht mehr akzeptabel. Aus diesem Grund wurde von Fans verschiedener europäischer Vereine die Kampagne „RESPECT …FANS!“ ins Leben gerufen. In den kommenden Wochen werden Fans rund um die Spiele der europäischen Klub-Wettbewerbe für einen respektvollen Umgang der UEFA mit den Fans demonstrieren. Den Anfang machen am heutigen Abend die Fans der Vereine in der CL-Gruppe E:

In der Fankurve von Manchester City wollen sich viele Fans als Zeichen des Protests während der Champions League-Hymne umdrehen und damit der UEFA symbolisch den Rücken zukehren.

In der Münchner Fußballarena werden heute Fanclubs und Fangruppen vom AS Rom und FC Bayern ihre Fahnen mit einem „RESPECT …FANS!“-Banner überhängen.

Die Kritik der Fans bezieht sich jedoch nicht nur auf die beschriebene Aussperrung der Auswärtsfans. Ganz allgemein muss man den Eindruck gewinnen, dass die lautstarke und bunte Unterstützung der Teams durch die Fankurven auf Seiten der UEFA als selbstverständliche Randbedingung angesehen wird, die gerne zur besseren Vermarktung des eigenen „Produkts“ herangezogen wird. Die Interessen dieser Fans spielen jedoch für die UEFA ganz offensichtlich eine zu vernachlässigende Rolle.

Exemplarisch sei hier die Rolle der UEFA bei dem Verbot von Stehplätzen angeführt: Für jeden Beobachter erkennbar geht die Stimmung bei allen Spielen in den europäischen Club-Wettbewerben von Fans aus, die ihre Mannschaft – meist hinter den Toren – STEHEND unterstützen. Trotzdem verbietet die UEFA seit Jahren den Vereinen, hierfür geeignete Stehplatzblöcke bereitzustellen und zwingt die Fans, zwischen Sitzplätzen zu stehen, was neben zusätzlichen Kosten und einer geringeren Stadionkapazität zu einem deutlich verletzungsanfälligeren Spielbesuch führt.

Den Initiatoren von „RESPECT …FANS“ ist es ein besonderes Anliegen zu betonen, dass man den Kampf gegen Ausschreitungen und diskriminierendes Fanverhalten ausdrücklich unterstützt. Aus unserer Sicht ist es jedoch wenig hilfreich, eine Mehrheit von unschuldigen Fans zu bestrafen, um damit das Fehlverhalten einer Minderheit zu sanktionieren. Aus diesem Grund sollte die Praxis der zunehmenden Blocksperrungen und Geisterspiele dringend überdacht werden.
Eine Verbesserung der Situation wird nicht gegen die Mehrheit der Fans, sondern nur mit der Mehrheit der aktiven Fans erreicht werden. Die Verweigerung des Dialogs durch die UEFA ist hierfür die schlechteste aller denkbaren Optionen.

Im Übrigen verliert die von der UEFA gerne betonte „zero tolerance policy“ in Bezug auf diskriminierendes Zuschauerverhalten jede Glaubwürdigkeit, wenn sich gleichzeitig führende Funktionäre für die Ausrichtung von Fußballturnieren in Ländern stark machen, in denen u.a. Homosexualität gesetzlich verfolgt wird.

Wir rufen die UEFA auf, Ihren Umgang mit den aktiven Fans dringend zu überdenken. Europäischer Spitzenfußball ist auf Dauer nicht ohne Fans vorstellbar. Europäische Klub-Wettbewerbe sind langfristig aber durchaus auch ohne UEFA denkbar!